Austausch zwischen deutschen und tunesischen Kommunen zur Jugendpartizipation

Studienreise: „Beteiligung junger Bürger in der Kommune“

2. - 6. Juni 2014, Braunschweig und Saalfeld

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Bei der Studienreise „Beteiligung junger Bürger in der Kommune“ erhielten die 18 Teilnehmer aus Tunesien einen Einblick in die deutsche kommunale Jugendpolitik und deren rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt standen dabei die Möglichkeiten politischer Teilhabe und Einflussnahme, die junge Bürger haben, um ihr unmittelbares Umfeld mitzugestalten. Die Reise, die gemeinsam mit dem tunesischen Städtetag FNVT (Fédération Nationale des Villes Tunisiennes) angeboten wurde, richtete sich sowohl an Vertreter aus den Kommunen, die mit dem Projekt CoMun zum Thema Jugendpartizipation zusammenarbeiten, als auch an zuständige Akteure der nationalen Ebene. Braunschweig als Partnerstadt von Sousse und Saalfeld als Pilotstadt einer Bertelsmann-Studie zur Kinder- und Jugendpartizipation hießen die Gruppe willkommen.

Fachprogramm in Braunschweig, Niedersachsen

In Braunschweig wurden die Teilnehmenden von Bürgermeisterin Ihbe empfangen. Anschließend stellte der Fachbereich „Kinder, Jugend und Familie“ die Struktur und die Aktivitäten des Braunschweiger Jugendamtes und des Jugendhilfeausschusses vor, der Jugendliche nicht nur anhören, sondern bei bestimmten Verfahren ihre Entscheidungen auch befolgen muss. Anhand der Jugendeinrichtungen in freier Trägerschaft, der Aufgaben der Kommune umsetzt, wurde das Subsidiaritätsprinzip als wesentliches Element eines demokratischen Systems beleuchtet. Die Interessenvertretung von Jugendverbänden durch den städtischen Jugendring wurde gegenüber der Kommune mit dem Vorsitzenden und einzigen festangestellten Mitarbeiter des Braunschweiger Jugendrings diskutiert.

Fachprogramm in Saalfeld, Thüringen

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In Saalfeld lernten die Delegationsteilnehmer die politische Jugendarbeit einer kleinen Stadt kennen, die im Gegensatz zur kreisfreien Stadt Braunschweig eng auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis angewiesen ist, aber dennoch innerhalb ihrer Möglichkeiten selbstständig agiert. Wie Tunesien standen viele ostdeutsche Städte nach der Wende vor der Herausforderung, ihre kommunale Arbeit neu zu strukturieren, was Saalfeld u. a. durch die Handlungsempfehlungen der Bertelsmann-Stiftung gelang. Kreative Ansätze wie die Mitgestaltung von Pausenhöfen haben die Vernetzung verschiedener Institutionen wie z. B. von Kommune und Schulamt, zum Ziel. Denn durch Vernetzung erreicht man mehr Wirkung, davon ist man in Saalfeld überzeugt. Ein Besuch in den Senderäumen des Bürgerradios SRB mit anschließender Diskussion über zivilgesellschaftliche Beteiligung mit und durch die Medien rundete die Studienreise ab. Bürgermeister Graul freute sich über den Besuch der Gäste und zeigte Interesse an einem weiteren Kontakt.

CoMun in der Presse

Interview mit Faouzi Ben Helal vom tunesischen Jugendministerium im Bürgerradio Saalfeld (SRB)

„Tunesier informieren sich in Saalfed über Jugendarbeit“, erschienen in der Ostthüringer Zeitung