CoMun in Tunesien: Themen der Beratung

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Der demokratische Wandel Tunesiens ist mit den Ende 2014 durchgeführten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen einen großen Schritt vorangegangen. Die neue Verfassung sieht eine weitreichende Stärkung der Kommunen vor.

Die tunesischen Städte stehen als Brennpunkte wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklung unter einem hohen Erwartungsdruck der Bevölkerung. Dies betrifft neben Leistungen, die die Schaffung neuer Arbeitsplätzen begünstigen, auch die Entwicklung von Strukturen, die eine demokratische Organisation der Gesellschaft, bürgerschaftliche Beteiligung und zivilgesellschaftliches Engagement ermöglichen.

Unter Schirmherrschaft des Innenministeriums (Direction Générale des Collectivités Publiques Locales du Ministère de l'Intérieur) und mit Unterstützung des Beamtenfortbildungszentrums CFAD (Centre de Formation et d’Appui à la Décentralisation) und des Tunesischen Städteverbandes FNVT (Fédération Nationale des Villes Tunisiennes) stärkt das GIZ-Programm CoMun zwölf Gemeinden - Ben Gardane, Djerba Midoune, Gafsa, Gabès, Jendouba, Kasserine, Menzel Bourgiba, Monastir, Sfax, Siliana, Sousse und Tunis - fachlich bei ihren vielfältigen Herausforderungen:

  • Entwicklung von bürgerfreundlichen und effizienten Dienstleistungen durch die Einrichtung von Bürgerbüros
  • Stärkung von Bürgerorientierung und Beteiligung in der Kommunalpolitik, insbesondere von Frauen und jungen Menschen, die bei kommunalen Entscheidungsprozessen bislang wenig beteiligt sind und wenig Möglichkeiten haben, an der Planung und Durchführung von Aktivitäten oder Projekten mitzuwirken
  • Stärkung der Kompetenzen von kommunalem Verwaltungspersonal durch den systematischen Wissensaustausch in themenbezogenen Lernnetzwerken, z. B. zum partizipativen Abfallmanagement in der Kommune.
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Die Lernnetzwerke werden in enger Zusammenarbeit mit dem Tunesischen Städtetag aufgebaut und begleitet. Dieser spielt als Vertretung kommunaler Interessen, als Dienstleister der Mitgliedskommunen und als interkommunales Lernnetzwerk eine wichtige Rolle bei der Stärkung dezentraler Strukturen in Tunesien.

Aktuelles

Vernetzung von Städten: Nachdem das Lernnetzwerk WAMA Net zur gemeinsamen Erarbeitung für Lösungen im Abfallbereich bereits lanciert wurde, sind weitere im Entstehen, darunter ein Netzwerk zum Erhalt der historischen Stadtkerne.

Kommunale Bürgerbüros: In vier tunesischen Städten konnten bereits Bürgerbüros eröffnet werden, darunter in Siliana.

Aktivitäten für Jugendliche: Im Rahmen eines kommunalen Jugendwettbewerbs werden zivilgesellschaftliche Initiativen begleitet, die auf mehr Teilhabe Jugendlicher am Gemeindeleben abzielen.