Abfallwirtschaft

Das Thema Management von Haushaltsabfällen hat in den letzten Jahren im Maghreb mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. In den Städten wird die Problematik unterentwickelter Abfallentsorgungssysteme durch das rasende Wachstum der Stadtbevölkerung weiter verschärft, sodass vom ungeregelten Abfallmanagement mittlerweile eine regelrechte Bedrohung für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit ausgeht, mit bisher ungekannten Folgen für die gesamte Gesellschaft.

Algerien

Viele öffentlicher Plätze in den algerischen Städten sind verschmutzt, weil die Kommunen die Abfallentsorgung nicht regelmäßig einsammeln. Mit dem Nationalen Programm zur kommunalen Abfallwirtschaft (auf Französisch Progdem abgekürzt) hat das Ministerium für Raumordnung und Umwelt der algerischen Regierung einen Ansatz initiiert, der sich in die nationale Umweltpolitikstrategie eingliedert.

Die Initiative soll die Bürger dafür sensibilisieren, ihren Haushaltsmüll nicht mehr in die Natur zu werfen. Darüber hinaus werden die Einsammlung von Haushaltsabfällen, der Abtransport und die Entsorgung durch die Kommune als integrierter Gesamtprozess gestaltet, der keine Lücke lässt. Um sicherzustellen, dass die Entsorgung umweltgerecht und nach ordnungsgemäßen Hygienevorschriften ablaufen kann, werden die Mülldeponien in den algerischen Regionen (Wilayas) besser ausgerüstet und neue errichtet.

Marokko

In Marokko sind mit dem Bevölkerungswachstum auch Veränderungen im Konsumverhalten einhergegangen. Diese beiden Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Abfallentsorgung eine der größten Herausforderung marokkanischer Städte geworden ist. Die Mängel im bestehenden Abfallentsorgungssystem führen dazu dass der öffentliche Raum zunehmend vermüllt wird und die öffentliche Gesundheit bedroht, oder dass das Abfallaufkommen der Innenstädte in den städtischen Peripherien endet.

Dieser Problematik ausgesetzt, etabliert sich in den Städten eine neue Strategie im Abfallmanagement. Als „delegiertes Management“ bezeichnet, besteht diese darin, private Unternehmen - häufig Tochterunternehmen internationaler Konzerne – in das städtische Abfallentsorgungssystem zu integrieren. Die Unternehmen tätigen häufig bedeutende Investitionen in der Infrastruktur für die Abfallentsorgung und erhalten im Gegenzug die gesammelten Abfälle.

Tunesien

In Tunesien hat die Anhäufung von Abfällen auf öffentlichen Plätzen und Straßen vor allem nach der Revolution im Januar 2011 dramatische Ausmaße angenommen. Trotz zahlreicher staatlicher Unterstützungsmaßnahmen für die Städte konnte die zunehmende Verschmutzung des öffentlichen Raums nicht eingedämmt werden. In diesem Zusammenhang sind die von der GIZ verfolgten Lösungsansätze die Stärkung der Kapazitäten von Städten und Kommunen und die vermehrte Sensibilisierung der BürgerInnen für den Umweltschutz.

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