Städtische Mobilität und Transport

Sowohl das Städtewachstum und die damit einhergehende flächenmäßige Ausbreitung der Städte als auch tiefgreifende soziale und wirtschaftliche Veränderungen haben eine steigende Nachfrage nach Mobilität in der Bevölkerung des Maghreb die Folge. Doch dafür sind vermehrte Investitionen in die Infrastruktur und in Verkehrsdienstleistungen erforderlich.

Algerien

Die rapide Urbanisierung Algeriens wirkt sich unmittelbar auf das kommunale Verkehrswesen des Landes auf. Die wachsende Anzahl an Fahrgästen, die öffentliche Verkehrsmitteln nutzen, erfordert einen Ausbau der Nahverkehrsnetze. Angesichts dieser Herausforderung setzt die algerische Regierung seit einigen Jahren auf die Entwicklung und Förderung von Straßenbahntrassen, wie sie in fast allen Ballungsräumen gelegt wurden, in Algier fährt inzwischen eine Metro. In fast allen Wilayas des Landes wurden öffentliche Verkehrsgesellschaften gegründet, die sich um die Regelung der lokalen Verkehrsnetze kümmern.

Die Mehrzahl der Transportprojekte sind mittlerweile abgeschlossen. Die noch laufenden stagnieren seit der schwierigen finanziellen Haushaltslage, in der das Land sich seit der Ölkrise befindet.

Marokko

In Marokko sehen sich die Behörden dem Problem eines sich ausweitenden, nicht-reglementierten informellen Transportsektors gegenüber. Gleichzeitig schwächelt der öffentliche und private Transportsektor oder steht häufig sogar vor dem Zusammenbruch. Das bisherige Angebot an Verkehrsbussen kann den Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln nicht stillen und hat zur Folge, dass BürgerInnen erschwert Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und zum Arbeitsmarkt haben. Aber auch der Lärm und die Verschmutzung durch Abgase, die mittlerweile ein beachtliches Niveau erreichen, sind die Folgen eines mangelhaften Nahverkehrssystems.

Bericht Sachstand Abfallwirtschaft Marokko (Französisch)

Tunesien

In Tunesien sehen sich die Behörden vergleichbaren Problemen wie in Marokko ausgesetzt. Die Straßen sind chronisch überlastet durch die hohe Anzahl an PKWs und Taxis, das Niveau der Luftverschmutzung nimmt enorme Ausmaße an. Sieben Jahre nach der Revolution ist die Haushaltslage prekär, sodass das Verkehrsministerium die Umsetzung strategischer Projekte im ÖPNV nur langsam angehen kann. Aber der politische Wille zu einer Verbesserung der öffentlichen Verkehrssysteme ist ausgeprägt. Ein 5-Jahres-Plan, der im Jahr 2016 seinen Anfang genommen hat, sieht eine Modernisierung der bisher bestehenden öffentlichen Verkehrsmittel vor und zielt auf eine vermehrte Anwendung von öffentlich-privaten Projekten im öffentlichen Nahverkehr ab. Die Entwicklung von sogenannten „Intelligenten Verkehrssystemen“ ist Teil der tunesischen Strategie.

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