Energieeffizienz

Das anhaltende demographische Wachstum und ein sich wandelndes Konsumverhalten führen zu einer Steigerung des Energiebedarfs in den Ländern des Maghreb. Gleichzeitig zählt der Maghreb zu den durch den Klimawandel am meisten bedrohten Regionen der Erde. Klimamodelle zeigen, dass die schon jetzt knappen Wasservorkommen durch den Klimawandel drastisch schrumpfen werden. In den Ländern des Maghreb wird man sich den verheerenden Folgen des Klimawandels mehr und mehr bewusst und die Regierungen von Marokko, Algerien und Tunesien bestreben – in unterschiedlichem Ausmaß – eine vermehrte Verwendung erneuerbarer Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz. Dabei steht außer Frage, dass beim Thema Energieeffizienz Städte und Kommunen eine entscheidende Rolle spielen: 75% der weltweiten Energienachfrage kommt aus den Städten.

Im Rahmen des COP 21 in Paris hat Marokko sich hohe klimapolitische Ziele gesetzt: Das Königreich hat sich zu einer Steigerung der Produktion erneuerbarer Energien um 50% und eine Senkung des Energieverbrauchs um 15% bis zum Jahr 2030 verpflichtet. Auch den Bereich des Städtebaus verpflichtet das Land seinen klimapolitischen Zielen. Zahlreiche Projekte haben in den letzten Jahren die Themen nachhaltigen Städtebau und Energieeffizienz kombiniert, etwa die energetische Aufrüstung öffentlicher Gebäude oder die geplante umweltfreundliche Aufrüstung eines Stadtviertels in Ouarzazate. Eine der größten Baustellen für Städte und Kommunen im Bereich der Energieeffizienz sind die öffentlichen Beleuchtungsanlagen. Diese nehmen in den meisten Fällen den größten Platz auf der Stromrechnung ein und machen häufig mehr als 30% der Betriebsaufwendungen von Städten und Kommunen aus. Die Probleme sind häufig auf veraltete, nicht den heutigen Standards angepasste Beleuchtungen, ein Mangel an Fachkräften und fehlendes Management zurückzuführen.

Tunesien, dessen Ökosysteme durch den Klimawandel von Desertifikation und eine Verringerung der Biodiversität bedroht sind, strebt in den letzten Jahren vermehrt in Richtung Energiewende und Energieeffizienz. Zur Bedrohung des globalen Klimawandels gesellt sich die zunehmende Energieabhängigkeit des Landes von ausländischen Energieressourcen, sodass das Thema Energieeffizienz auch aus wirtschaftlichen Gründen an Bedeutung gewinnt. Die Nutzung von erneuerbaren Energien in allen Sektoren wird von der Regierung gefördert. Die Senkung des Energieverbrauchs von Städten und Kommunen, insbesondere im Bereich der Straßenbeleuchtung, ist von entscheidender Bedeutung.

Anders als seine Nachbarländer brauch sich Algerien nicht um Energieressourcen sorgen: das Land ist reich an Öl- und Gasvorkommen. Doch der Klimawandel wird auch hier nicht Halt machen, sodass sich die Regierung für die vermehrte Nutzung von erneuerbaren Energien und eine gesteigerte Energieeffizienz im Bau-, Transportsektor und in der Industrie einsetzt. Städte und Kommunen könnten durch eine Verbesserung der öffentlichen Beleuchtungsanlagen in großem Maße Energieeinsparungen bewirken. Algerische Kommunen verwenden ca. 80% ihres Energiekonsums für deren Betrieb. Eine vielversprechende Maßnahme wäre die Aufrüstung von Straßenlaternen mit LED-Lampen.

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