Der Regionalisierungsprozess der marokkanischen Gebietskörperschaften

Seit der Unabhängigkeit 1956 hat Marokko schrittweise einen „Dezentralisierungsprozess“ eingeleitet, der dazu geführt hat, dass die kommunalen Instanzen wichtige Akteure für die Strategien der lokalen Entwicklung geworden sind. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche juristische und institutionelle Instrumente geschaffen, mit denen die Instanzen vor Ort gefördert wurden, so dass sie sich von einfachen Verwaltungsbehörden zu echten Akteuren der lokalen Entwicklung wandeln konnten. Zu diesen Instrumenten gehörten insbesondere die beiden Kommunalchartas 1976 und 2002 (überarbeitet in 2009).Trotz dieser Bemühungen haben die Gebietskörperschaften jedoch nach wie vor mit einer Reihe von Schwierigkeiten zu kämpfen, die sie in ihrer Rolle als Akteure der lokalen Entwicklung behindern. So fehlt es u.a. an technischen und finanziellen Mitteln, an Erfahrung im Projektmanagement, sowie an einer echten lokalen Regierungsführung.

Die jüngsten politischen Veränderungen in Marokko, die ihren Niederschlag in einem umfassenden Projekt zur fortschreitenden Regionalisierung des Landes finden, eröffnen vielversprechende Perspektiven für die Gemeinden.Angesichts dieser günstigen Rahmenbedingungen sind die Kommunen aufgerufen, ihre Interventionsstrategien zu überprüfen und ihre Effizienz bei der Verwaltung örtlicher Angelegenheiten zu steigern. Dazu müssen sie ihre Entscheidungsfähigkeit durch eine partnerschaftliche Beziehung mit anderen staatlichen und kommunalen Stellen stärken.

Hierbei leistet das GIZ-Vorhaben CoMun zur Stärkung kommunaler Strukturen einen wichtigen Beitrag. Über seine Unterstützungsmaßnahmen bietet CoMun den Städten und Gemeinden die Möglichkeit zum interkommunalen Erfahrungsaustausch und fördert die Verbesserung kommunaler Verwaltung und Regierungsführung.

Das Vorhaben CoMun, das im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt wird, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kapazitäten der Kommunen als Akteure für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Seine Maßnahmen konzentrieren sich gegenwärtig auf 2 komplementäre Ziele: (i) die Förderung von 5 Stadtnetzwerken in den Bereichen städtische Abfallwirtschaft, Altstadtsanierung, Mobilität in der Stadt, Energieeffizienz und Bürgerbeteiligung; (ii) die technische Unterstützung der Mitgliedstädte bei der Umsetzung städtischer Projekte, die auf den innovativen Methoden basieren, die in den 5 Netzwerken behandelt wurden.

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CoMun in der Presse:
„Villes durables des enjeux et des solutions“, erschienen auf news.massolia.com (französisch)