Konferenz: Erfolgsfaktor Netzwerkbildung

2. - 4. Februar 2015, Berlin

Vor dem Hintergrund der demokratiefördernden Reform- und Transformationsprozesse sind die Erwartungen der Bevölkerungen an die Stadtverwaltungen im Maghreb besonders hoch. Durch Erfahrungsaustausch können Städte voneinander lernen. Um den fachliche Dialog über kommunale Selbstverwaltung mit Unterstützung deutscher Kommunalexperten zu vertiefen, organisiert das CoMun-Programm der GIZ in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag (DST) eine jährliche Veranstaltungsreihe zur „Stärkung kommunaler Entwicklung und Demokratie“. Den Auftakt bildete die Konferenz „Erfolgsfaktor: Netzwerkbildung“, die vom 2. - 4. in Berlin durchgeführt wurde.

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Am Vorabend zur Konferenz begrüßten Bettina Horstmann (BMZ) und Dr. Michael Reuss (AA) die Teilnehmer, zu denen politische Mandatsträger und Fachkräfte aus maghrebinischen und deutschen Kommunen, Vertreter der Regierungen Marokkos, Algeriens und Tunesiens, von Kommunalverbänden, Institutionen der kommunaler Selbstverwaltung, aus Wissenschaft und Forschung, Stiftungen und Zivilgesellschaft zählten und unterstrichen das Engagement der deutschen Bundesregierung in Nordafrika. Vertreter der Innenministerien Marokkos und Tunesiens sowie Vertreter der Botschafter beider Länder gaben Einblicke in den dortigen Stand der Gebietsreformen als Teil der nationalen Dezentralisierungsstrategien.

Als Einstieg in den ersten Konferenztag spannte der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther den Bogen von den Vernetzungserfolgen des menschlichen Hirns zu den entsprechenden Möglichkeitsräumen für jedwede Form von Gemeinschaften, also auch für Kommunen. Der Vortrag legte erstaunliche Parallelen zwischen den Bedingungen zur freien Entfaltung von Individuen und Gesellschaften, und damit auch von Kommunen, offen, wo demokratische Strukturen und Teilhabe der Zivilgesellschaft ebenfalls die Entfaltung von Potenzialen und damit Entwicklung fördern. Diese Erkenntnisse zogen sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.

Mit dem Modell des Clustermanagements lieferten Vertreter der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Kehl eine systematische Annäherung an die Konferenzthematik. Eine theoretische Grundlage zum Aufbau von Netzwerken als Ergebnis langjähriger Arbeitserfahrung in der MENA-Region präsentierte Ebba Augustin (SAANED for Development & Philanthropy Advisory in the Arab Region). Das Modul „Einblick in die Praxis“, bei dem Modelle aus Nordafrika und Europa zur Vernetzung zwischen Kommunen, aber auch zwischen und mit Regierungen und Verbänden vorgestellt wurden boten den Teilnehmern die Möglichkeit, Übertragungsmöglichkeiten auf ihre Länderkontexte zu diskutieren.

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Die Konferenz legt den Grundstein für einen künftigen, regelmäßigen Austausch zu kommunalpolitischen Themen zwischen maghrebinischen und deutschen Städten und weiteren Institutionen.

Dokumentation (in Französisch) und Vorträge (in Deutsch) erhalten sie unten stehend zum Download.