Auftakt des kommunalen Abfall-Netzwerks in Tunesien

11. November 2013, Tunis

Die großen Abfallmengen stellen in den rasant wachsenden Städten des Maghreb eine große Herausforderung da, weil es den Kommen an Methoden und Instrumenten fehlt, um sich das Einsammeln von Haushaltsmüll und weiteren Abfällen, sowie die Aufbereitung des Mülls systematisch anzugehen. Der GIZ ist es über die Projekte CoMun, Sweep.net und PPE nun gelungen, für 20 tunesische Gemeinden kommunale Abfallpläne (Plans Communaux de Gestion des Déchets, kurz: PCGD) zu erstellen.

Bei den Abfallplänen handelt es sich um Aktionspläne, die zur Verbesserung des Sammelns und Transportes von Haushaltsmüll in tunesischen Gemeinden beitragen. Die Abfallpläne sind damit ein Instrument der jeweiligen Stadtverwaltung, um in Zusammenarbeit mit den Bürgern für einen Zeitraum von mehreren Jahren notwendige Maßnahmen zu planen, die an die spezifische Situation ihrer Stadt – mit ihren individuellen Stärken, Schwächen, Potentialen und Zwängen – angepasst sind. Die PCGD sind das Resultat einer Prioritätensetzung der tunesischen Städte, die sich im Projekt CoMun im Bereich Abfallmanagement engagieren.

Am 13. November 2013 hat CoMun gemeinsam mit dem tunesischen Kommunalverband FNVT das erste kommunale Abfallnetzwerk auf den Weg gebracht. Durch Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Vorstellung erfolgreicher Lösungsansätze im Abfallmanagement soll das Netzwerk die Dienstleistungskompetenzen der Kommunen stärken und so zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen.

Um die Bedürfnisse der tunesischen Gemeinden besser zu verstehen, stellten Mitglieder des marokkanischen Abfallnetzwerks REMAGDU, in dem ca. 20 Städte vertreten sind, ihre Arbeit vor. Anschließend wurde in Arbeitsgruppen über drei Leitfragen diskutiert:

  • Mit welchem Ziel wird ein Netzwerk zum kommunalen Abfallmanagement ins Leben gerufen?
  • Wie funktioniert ein solches Netzwerk?
  • Welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet dabei die FNVT, die als Interessenvertretung der tunesischen Gemeinden fungiert?

Nachdem die Teilnehmenden für sie wichtige Themen für ihr neu gegründetes Netzwerk identifiziert hatten, einigten sie sich – nach dem Vorbild des marokkanischen Netzwerks REMADU - auf die nächsten Schritte: Alle 3 bis 4 Monate werden die Mitglieder des Netzwerkes sich zum Austausch treffen. Jede Gemeinde wird zwei permanente Ansprechpartner festlegen, von denen einer Mitglied des jeweiligen Gemeinderates sein und der andere von der technischen Ebene stammen soll. Um die Formalisierung und damit die Nachhaltigkeit des Netzwerkes zu sichern, ist die Unterzeichnung einer Mitglieds-Charta geplant, in der u.a. die Beitrittsbestimmungen beschrieben sind.

Das zweite Netzwerktreffen ist für den 28. März 2014 in Sfax geplant.