Bamberg im Gespräch

Interview mit Brigitte Riegelbauer, Oberverwaltungsrätin und Stellv. Amtsleiterin Bürgermeisteramt der Stadt Bamberg

Immer mehr deutsche Kommunen engagieren sich in der Entwicklungspolitik. Bamberg kooperiert seit vielen Jahren mit dem Vorhaben CoMun der GIZ, um marokkanische Städte zur Verbesserung der Abfallwirtschaft zu beraten. Zukünftig wird öffentliche Beleuchtung als neues Beratungsthema in Kooperation mit den Stadtwerken angeboten.

Im Interview spricht Frau Riegelberg über die positiven Wirkungen von Städtepartnerschaften, die Grundbausteine einer guten Zusammenarbeit und das Engagement der Bürger während des Flüchtlingsaufkommens.

Frau Scheit : „Wie kommt es, dass gerade Bamberg so aktiv bei der Förderung von Städtepartnerschaften ist?

Frau Riegelbauer: „Bamberg war schon immer eine weltoffene Stadt und zeigt dies auch mit seinen sechs Städtepartnerschaften sowie weiteren Freundschaften in aller Welt.
Sowohl in der Vergangenheit, wie auch in der Zukunft, leisten diese Kontakte auf kommunaler Ebene einen wichtigen Beitrag zur Friedenssicherung und Völkerverständigung. Gerade der Meinungs- und Erfahrungsaustausch hilft dabei über den eigenen Tellerrand zu schauen und fördert das gegenseitige Verständnis. Gegenseitige Unterstützung und Beratung bei häufig ähnlichen Aufgaben und Problemen erfüllen die Partnerschaften mit Leben und Dynamik.“

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Frau Scheit : „Was sehen Sie als größte Herausforderung in der Zusammenarbeit mit ihren marokkanischen Partnerstädten?“

Frau Riegelbauer: „Größte Herausforderung in der Zusammenarbeit ist es, die richtigen Akteure für die anstehenden Projekte zu finden. Der menschliche Aspekt spielt bei jeder Zusammenarbeit eine große Rolle und führt letztendlich auch zum Erfolg oder Misserfolg der Kooperation. Auf beiden Seiten muss daher die interkulturelle und fachliche Kompetenz passen und mit der notwendigen Korrektheit gepaart sein. Dann ist die Basis für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gegeben, von der beide Partner profitieren.“

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Frau Scheit : „Kann das aktuelle Flüchtlingsaufkommen in Deutschland eine Chance für ein stärkeres Engagement deutscher Kommunen bedeuten, weil Städte ihre Bürger leichter überzeugen können oder ist gerade das Gegenteil der Fall?“

Frau Riegelbauer: „Das aktuelle Flüchtlingsaufkommen in Deutschland führt klar vor Augen, dass die Bekämpfung der Fluchtursachen eine große Herausforderung der Gegenwart darstellt, international, national und kommunal. Das hat sicherlich auch dazu geführt, dass sich viele Bürger mit der Situation in den Flüchtlingsländern verstärkt auseinandersetzen.
Inwieweit dadurch ein stärkeres Engagement deutscher Kommunen von den Bürgern befürwortet wird, ist schwer abzuschätzen. Auf jeden Fall zeigt die überaus große freiwillige Arbeit und das ehrenamtliche Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen die Hilfsbereitschaft der Bürger.“