Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland

Der rasante Verstädterungsprozess in Nordafrika stellt die Kommunen in Marokko, Algerien und Tunesien vor immer komplexer werdende Aufgaben. Verwaltungsabläufe müssen modernisiert und effizienter gestaltet werden, um die Daseinsvorsorge der Bevölkerung zu sichern. Seit dem Arabischen Frühling 2011 fordern die Bürgerinnen und Bürger von ihren Kommunen mehr Transparenz, Bürgernähe und Mitspracherecht.

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Deutsche Städte verfügen aufgrund der langen Tradition kommunaler Selbstverwaltung über Erfahrungen bei der Umsetzung kommunaler Projekte, die sie weitergeben können. In Tandems oder Clustern beraten sie maghrebinische Städte bei der Umsetzung von Kleinprojekten aus der Kommunal- und Stadtentwicklung. Die Kleinstprojekte reichen von der Errichtung von Radwegen und Grünflächen über die Sensibilisierung von Abfallproblematiken hin bis zur Einführung eines Geoinformations-systems. Ziel ist es, im Zuge der Kleinstprojekte die Kapazitäten der maghrebinischen Lokalregierungen für ein effizientes, partizipatives und bürgerorientiertes Management zu stärken.

Umgesetzt wird das Projekt KWT durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH im Auftrag des BMZ.

Mit dem Projekt zum kommunalen Wissenstransfer werden Kommunen aus Algerien, Marokko und Tunesien bei der Planung und Umsetzung von Kleinstprojekten unterstützt, die ihre Städte lebenswerter machen. Das entwicklungspolitische Engagement deutscher Städte wird in Wert gesetzt.

Wege des Erfahrungsaustauschs

  • Die Kleinstprojekte werden durch Beratungseinsätze deutscher Kommunalbediensteter in den maghrebinischen Partnerkommunen
    begleitet.
  • Studienreisen und Hospitationen ermöglichen maghrebinischen Fachkräften gemeinsam mit ihren deutschen Partnern an ihren Kleinprojekten zu arbeiten und einen Blick über den Tellerrand hinaus zu werfen.
  • Bei Fortbildungen bauen maghrebinische Kommunalfachkräfte themenspezifisches Know-How und Managementfähigkeiten zur Steuerung ihrer Kleinstprojekte auf.
  • Städte aus den maghrebinischen Ländern und Deutschland sind Teilnehmer des Projektes Baladiya der Robert Bosch-Stiftung, das von der Europäischen Akademie Berlin umgesetzt wird und an dem sich das Projekt KWT seitens der GIZ finanziell beteiligt. Die Teilnehmer profitieren von Qualifizierungsmaßnahmen zu Urbanisierungsthemen und der Aufnahme in
    ein Alumninetzwerk.
  • Abseits der Projektthemen tauschen maghrebinische und deutsche Städte Wissen zur aktuellen demografischen Entwicklung aus, da das unkontrollierte Anwachsen der Städte Nordafrikas den Kern aktueller kommunaler Herausforderungen bildet: Ein mangelhaftes Angebot von Daseinsvorsorge und Dienstleistungen sowie Abwanderung von Nordafrikanern nach Europa.

Aktiv in drei Ländern des Maghreb

Algerien
Marokko
Tunesien

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Alle Publikation des Programms Kommunaler Wissenstransfer finden Sie hier.