Die Projektpartnerschaft von Annaba/Drâa Errich und Sindelfingen nimmt an Fahrt auf

Februar 2018

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Die Projektpartnerschaft zwischen der ostalgerischen Küstenstadt Annaba und dem baden-württembergischen Sindelfingen gewinnt weiter an Dynamik. Sindelfingen berät und trainiert Annaba in der Nutzung von geografischen Informationssystemen (GIS). Anwendungsfall sind Planung und Bau des Neustadtbezirks Drâa Errich, der 25 Kilometer vom Stadtkern Annabas entfernt liegt. Das städtische Großbauprojekt wird 55.000 neue Wohnungen und Wohnraum für 250.000 Anwohner sowie 100.000 Arbeitsplätze schaffen. Verantwortlich für den Erfolg der Zusammenarbeit ist nicht nur die geschätzte Fachexpertise Sindelfingens seitens der algerischen Partner, sondern auch der gute persönliche Kontakt, der sich inzwischen festigen konnte. Das Engagement der Vertreter beider Seiten ist dementsprechend hoch.

Die kommunale Kooperation wird im Rahmen des Programms „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ durchgeführt, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global, gGmbH gemeinsam im Auftrag des BMZ unterstützen.

Rückblick: Besuch der algerischen Partner in Sindelfingen: 20. - 25. Mai 2017

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Nach dem ersten Austausch der beiden Städte bei der Auftaktkonferenz des Programms in Bamberg im September 2016 und einer Reise der Sindelfinger Partner nach Annaba drei Monate später, wurde die Zusammenarbeit im Mai 2017 bei einer Studienreise vertieft:

Die Projektverantwortlichen aus Annaba besuchten ihre Kollegen in Sindelfingen. Im Zentrum stand der Austausch zur Verwendung des GIS, doch auch darüber hinaus erhielten die Besucher Einblicke in Planungsinstrumente und Ablauf der deutschen Stadtverwaltung.

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Neben einem Besuch im Grün- und Umweltamt profitierten die Delegierten von dem Angebot profitiert, an einer Sitzung des Sindelfinger Gemeinderats teilzunehmen und in diesem Rahmen ihre Projektideen vorzustellen und Fragen zu beantworten. Die Führung durch die Kläranlage Böblingen-Sindelfingen stieß auf so großes Interesse, dass daraus möglicher Weise ein weiteres Feld der Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten entstehen wird.

Ausblick

Im Juni findet in Algier die nächste Veranstaltung des Projektes Baladiya statt, in dem auch Sindelfingen bereits mitgewirkt hat. Das von der Robert Bosch-Stiftung initiierte Projekt bietet maghrebinischen Experten aus der Stadtentwicklung ein variationsreiches Fortbildungsprogramm, das inzwischen im fünften Zyklus läuft und ein Alumninetzwerk gebildet hat. Es wird von der Europäischen Akademie Berlin umgesetzt und vom Regionalverhaben CoMun der GIZ kofinanziert und fachlich begleitet.

Politischer Rahmen

Die Zeit für die Partnerschaft ist günstig. Trotz des bestehenden Sicherheitsbedürfnisses der algerischen Bürger, das sich aus der jüngsten Geschichte des Landes ergibt, ist in Algerien eine Aufbruchsstimmung zu verzeichnen. Die politische Öffnung spiegelt sich in den aktuellen Verwaltungsreformen wie einer Umsetzungsbestimmung eines Gesetzes wider, das Städtepartnerschaften zwischen algerischen und ausländischen Städten offiziell ermöglicht und befürwortet (das Dekret steht in Französisch als Download zur Verfügung).

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